Das Grüne da unten ist der Rasen
 Frauen im Fußball: Eine Realität, deren Selbstverständlichkeit und Anerkennung erst erkämpft werden muss. FARE Aktionswoche 2006 setzt auch einen Schwerpunkt auf die Stärkung von Frauen und Mädchen im Fußball
Die kommende FARE-Aktionswoche vom 17. – 30. Oktober engagiert sich unter anderem dafür, die Position von Mädchen und Frauen im Fußball zu stärken, sexistische Diskriminierungen zu thematisieren und ihnen entgegenzuwirken. Ein aktuelles Thema, wie folgender Bericht zeigt:
Der deutsche Regionalligist FC Saarbrücken hatte das Spiel gegen die Sportfreunde aus Siegen am 25. August 2006 zum „Frauentag“ erklärt. Alle weiblichen Fans waren eingeladen, das Spiel im Ludwigspark kostenlos zu besuchen.
Laut einem Bericht der Westfälischen Rundschau vom 27. August 2006 wurden die Frauen zu Beginn des Spiels mit folgenden Worten des Stadionsprechers begrüßt: „Liebe Frauen. Das Grüne da unten ist der Rasen. Das Weiße sind die Tore. Das Rote, das ist der Gegner Sportfreunde Siegen. Jubeln dürft Ihr erst, wenn unsere Jungs ein Tor gemacht haben und die anderen netten Jungs auf den Rängen die Hände hoch reißen.“
Nicht nur die Fussball AG der „Aktion 3. Welt Saar“ entrüstet sich über die frauenfeindliche Botschaft dahinter: „Fußball ist eine reine Männerwelt, in der Frauen weder auf den Rängen noch auf dem Rasen etwas zu suchen haben. Wenn Frauen sich ins Stadion verirren, sind sie ein Anhängsel von Männern und geben eine nette Kulisse für Herrenwitze ab“.
Der FC Saarbrücken hingegen reagierte gelassen. Pressesprecher Dominique Rossi beschwichtigte: "Das sollte ein Scherz sein. Der FCS entschuldigt sich bei den weiblichen Zuschauern, die sich diskriminiert oder beleidigt gefühlt haben“, so Rossi.
Nicole Selmer, Mitbegründerin des Netzwerk „F_in Frauen im Fußball“:
„Solche Aussagen sind weder witzig oder originell sondern schlichtweg frauenfeindlich. Was den freien Eintritt angeht, mag das nett gemeint sein, den meisten Frauen ist stillschweigende Gleichberechtigung aber lieber als groß angekündigte Sonderbehandlung. Und ganz ehrlich: Frauen Freikarten fürs Heimspiel zu geben und dann blöde Sprüche auf ihre Kosten zu machen, das ist so, als würde ich jemanden zum Essen einladen und dann etwas kochen, von dem ich weiß, dass ihm oder ihr davon schlecht wird."
FARE Mitarbeiterin Heidi Thaler:
„Der Vorfall in Saarbrücken ist leider nur ein Beispiel von vielen. Sexismus wird im Fußball bislang kaum thematisiert. FARE setzt in dieser Aktionswoche klare Zeichen und fördert gezielt Aktivitäten, die sich mit der Diskrminierung von Frauen und Mädchen auseinandersetzen und diese bekämpfen. Gerade auch Frauen mit Migrationshintergrund sollen angesprochen werden. Es ist uns wichtig, eines ganz klar zu machen: Fußball ist auch Frauensache, auf den Tribünen, auf dem Spielfeld. Frauen sind aktive Fans, aktive Spielerinnen, Frauen sind Fußballexpertinnen. Die laufenden Versuche, Frauen auszuschließen, sie lächerlich zu machen und zu diskrimieren sind unerträglich.“
F_in Netzwerk Frauen im Fußball
20 September 2006
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