Homophobie im Fußball

HOMOPHOBIE im FUßBALL - Das letzte Tabu


Im Fußball stellen das Schweigen der Fans, Spieler, Trainer, Vereine und Verbände oder die Verleugnung und Unsichtbarkeit von Homosexualität einen ernsten Ausdruck von Homophobie dar. Wenn die gegnerische Mannschaft oder der Schiedsrichter als "schwul" bezeichnet wird, bemerken die allermeisten Personen gar nicht, dass dies eine Diskriminierung darstellt. Homophobie und Sexismus werden oft als Teil der kulturellen Logik des Fußballs gesehen.
Die Schaffung einer Atmosphäre der Akzeptanz für Schwule und Lesben in der Welt des Sports sollte eine normale Aufgabe für Sportorganisationen und ihre Leiter sein. Um dem Schweigen über Homophobie entgegenzuwirken und die im Fußball herrschende Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung zu bekämpfen, müssen zunächst alle Verbände im Fußball die Existenz von Schwulen und Lesben anerkennen.
Wir warten immer noch auf das Coming-Out eines Spitzenspielers, aber in der Zwischenzeit gibt es eine Menge zu tun. Durch die Überführung der etablierten Strukturen männlicher Verbindungen in eine neue Form der Solidarität kann eine neue Atmosphäre auf dem Platz und auf den Tribünen geschaffen werden, in der die Entscheidung über unterschiedliche Lebensstile ganz dem Einzelnen überlassen bleibt, dieser aber mit den möglicherweise unangenehmen Konsequenzen nicht allein gelassen wird.

UEFA-KONFERENZ

Im Rahmen der UEFA-Konferenz “Vereint gegen Rassismus” in Barcelona Anfang 2006 wurde von EGLSF/FARE ein Workshop über Homophobie veranstaltet.
Zum ersten Mal überhaupt erkannte die UEFA die Existenz von Homophobie im Fußball an. Der Workshop war ein großer Erfolg, und Delegierte vieler europäischer Fußballverbände nahmen daran teil. Sprecher waren John Blankenstein (UEFA-Schiedsrichter), Lucy Faulkner (Englischer Fußballverband), Marianne Meier (Swiss Development) und Tanja Walther (EGLSF). Den Vorsitz des Workshops hatte der Generalsekretär der EGLSF, Pepe García Vázquez.
Durch die Unterstützung von FARE konnte ein Papier über Homophobie im Fußball erstellt werden, das auf der rechten Seite zum Download bereitsteht. Dieses Papier wurde auf der Konferenz in Barcelona vorgestellt.
Ein Ergebnis der Konferenz ist ein Leitfaden für Vereine "Bekämpfung des Rassismus im Vereinsfußball". Der Leitfaden enthält zwei Seiten über den "Umgang mit Homophobie und Sexismus" (in mehreren Sprachen erhältlich).

JÜNGSTE ENTWICKLUNGEN UND WEITERE PLÄNE

Der Workshop in Barcelona stellte einen Startpunkt für weitere Schritte dar, durch die Homophobie und Sexismus auf die Agenda von Vereinen und nationalen Fußballverbänden gesetzt werden muss. Als absolutes Minimum müssen Antidiskriminierungsbestimmungen, einschließlich antisexistischer Formulierungen, den Stadien- Vereins- und Verbandsregeln und -statuten hinzugefügt werden. Mit finanzieller Unterstützung von FARE/UEFA war es möglich, 2007 zwei Workshops über Homophobie im Fußball zu veranstalten:

• Juli: ein Workshop bei den EuroGames in Antwerpen
• September: ein Workshop in Deutschland für Fußballverbände in Zusammenarbeit mit BAFF (Vereinigung deutscher Fußballfans) und RUND (Deutsches Fußballmagazin)

Zukünftig möchte EGLSF diese Kampagne ausweiten. Der EGLSF-Interessenvertretungsplan 2007-2010 drückt aus, dass die Arbeit innerhalb der Fußballgemeinschaft ein Pilotprojekt darstellt, um eine Strategie zur Bekämpfung aller Formen von Diskriminierung und zur Förderung der Gleichheit im Sport umzusetzen.

EGLSF Logo
St.Pauli AW
Die Mannschaft des FC St. Pauli mit einem Banner gegen Homophobie
Banner at Parc des Princes against Homophobia
Banner gegen Homophobie im Parc des Princes
Hertha Junxx
Fußball ist alles - auch schwul" - Banner vom schwulen & lesbischen Fanclub von Hertha BSC Berlin während der letzten Aktionswoche

External links

EGLSF EGLSF
Eurogames Eurogames
Gaysport Gaysport
Queer Football Fanclubs Queer Football Fanclubs
UEFA-Leitfaden UEFA-Leitfaden "Bekämpfung des Rassismus im Klubfußball" (4.2 MB PDF)
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Resources

EGLSF Paper on Homophobia in Football
(0.83Mb)

European Gay & Lesbian Sport Federation (EGLSF)
Fair Play, Toleranz & Sicherheit im Sport für Alle
Die European Gay & Lesbian Sport Federation wurde 1989 gegründet. Ihre Ziele sind:

• Bekämpfung der Diskriminierung im Sport aus Gründen der sexuellen Orientierung
• Förderung der Integration und Emanzipation von Lesben und Schwulen im Sport
• Ermöglichung und Unterstützung des Coming-Out schwuler und lesbischer Sportlerinnen und Sportler
• Informationsaustausch und Koordination zwischen europäischen Sportgruppen und Turnieren
• Unterstützung bei der Gründung neuer schwuler/lesbischer/bisexueller/heterosexueller/transsexueller und gemischter Sportgruppen

EGLSF ist ein Verband, der schwulen, lesbischen, heterosexuellen und gemischten Sportgruppen und Organisationen offen steht. Derzeit hat dieses Netzwerk mehr als 10.000 Mitglieder in über 100 Organisationen und Sportgruppen. Alle Mitgliedsorganisationen der EGLSF sind autonom: Der Verband fungiert als Dienstleistungs- und Koordinationsorgan.

EGLSF fördert u. a. die Organisation der EuroGames und der European Gay & Lesbian Championships. Die letzten EuroGames (2005) fanden in Utrecht in den Niederlanden statt. 2006 fanden auf Grund der Gay Games in Chicago und der Outgames in Montreal keine EuroGames statt. EuroGames 2007 fanden in Antwerpen, Belgien, statt, während die EuroGames 2008 in Barcelona, Spanien abgehalten werden.

Kontakt: Tanja Walther

Email: fare@eglsf.info

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