Zu Beginn der Aktionswoche: Der europäische Fußball steht gemeinsam gegen Rassismus13 Oktober 2005

Die bisher größte antirassistische Initiative im europäischen Sport wurde am 13. Oktober eingeläutet. Während der 13 Tage der Aktionswoche stehen die Mitglieder der europäischen Fußballfamilie gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball.

Bei der 6. vom Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE) organisierten Aktionswoche werden Aktivisten, Fans, Vereine, Verbände, Minderheitengruppierungen und Jugendgruppen aus ganz Europa bis zu 1.000 Aktionen durchführen.

Die Aktionswoche wurde während der Saison 2001/2002 mit Initiativen in 9 Ländern lanciert. Heute nehmen Organisationen aus 35 verschiedenen Ländern an der Aktionswoche teil. In diesem Jahr machen neue Gruppen aus Ost- und Zentraleuropa (auch aus der ehemaligen Sowjetunion) sowie aus dem Balkan (Kroatien, Serbien & Montenegro, Albanien, Mazedonien, Bulgarien) zum ersten Mal mit.

Beteiligung der Fans
Immer mehr Fangruppen gehen inzwischen gegen den Rassismus vor. In Spanien haben sich Ultragruppierungen zum ersten Mal zur Planung gemeinsamer Aktivitäten zusammengesetzt, nachdem in der letzten Saison das Problem des Rassismus im spanischen Fußball für internationale Schlagzeilen sorgte.

In Frankreich wird die Gruppe 'Réseau Supporter de Resistance Antiraciste' bei der Durchführung von öffentlichkeitswirksamen Aktionen mit Mitgliedern von Fangruppen aus dem ganzen Land zusammenarbeiten.

In Deutschland werden Fans von z.B. Werder Bremen, Hannover 96, Schalke 04, 1860 München und Fortuna Düsseldorf Aktionen bei ihren Heimspielen durchführen.

Ethnische Minderheiten
Besonders erfreulich ist die Zusammenarbeit mit Minderheitenorganisationen, wie z.B. der Roma-Minderheit in vielen Teilen Osteuropas.

Eine von vielen Erfolgsgeschichten in diesem Jahr ist die Partnerschaft zwischen der Mahatma Gandhi Human Rights Organisation, einer hoch angesehenen NGO aus Ungarn, die von Migranten geführt wird und mit Asylsuchenden und Flüchtlingen zusammenarbeitet, und dem ungarischen Fußballverband. Die beiden Organisationen werden gemeinsam eine landesweite Aktionsreihe koordinieren. Als Ergebnis werden Vereine mit rechtsextremistischen Fans aktiv gegen die eigenen Fans vorgehen.

Antirassismus im Fokus des europäischen Vereinsfußballs
Die Aktionswoche nutzt die Kraft des Fußballs, um eine Botschaft an die Millionen von Menschen, die mit diesem Sport in Berührung kommen, auszusenden. Alleine durch die Aktivitäten bei den Begegnungen der UEFA Champions League (18./19. Oktober) werden mehr als 500.000 Fans in 16 Stadien die Botschaft der sozialen Inklusion direkt mitbekommen.

Leon Mann vom britischen FARE-Partner „Kick It Out“ sagte:
„Die Aktionswoche ist nicht mehr einfach die Zeit, in der man die Transparente gegen Rassismus vom Staub befreit, sondern stellt ein Sprungbrett für laufende Kontakte zwischen Aktivisten, Fans und Minderheitengruppen mit Vereinen, Ligen und Verbänden dar, mit dem Ziel, den Fußball von Rassismus und Diskriminierung zu befreien.“

„Früher wurde die antirassistische Botschaft nur außerhalb des Stadions verbreitet. Inzwischen sind wir auch innerhalb des Stadions präsent, und unsere Stimmen werden auch zunehmend wahrgenommen.“