FARE-Konferenz fordert Entlassung von Aragones09 April 2005

Am letzten Tag einer höchst erfolgreichen FARE-Konferenz hörten die Teilnehmer Grundsatzreden von Jan Figel, EU-Kommissar für Bildung, Kultur und Multilingualismus, William Gaillard, UEFA-Direktor für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Dusan Tittel, Generalsekretär des slowakischen Fußballverbands.

Herr Figel betonte die immer größer werdende Wichtigkeit des Sports für die Bekämpfung des Rassismus und anderer Formen von Diskriminierung. Dabei sei die Förderung von Basisaktionen von entscheidender Bedeutung. Er fügte hinzu, dass die EU FARE weiterhin unterstützen wird und es “sogar noch mehr Anstrengungen in diesem Bereich geben wird. Vernetzung ist dabei ein wichtiger Bestandteil, und ich würde es begrüßen, wenn sie und wir noch enger zusammen arbeiten würden.”

In seiner Rede sagte Herr Gaillard, dass die UEFA ihre Bemühungen verstärken würden, um die Nationalverbände dazu zu bewegen, sich dem Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung anzunehmen und ihren diesbezüglichen 10-Punkte-Plan umzusetzen. Die UEFA würde FARE weiterhin finanziell unterstützen, fügte er hinzu.

Für den slowakischen Fußballverband sagte Herr Tittel, dass nach den skandalösen rassistischen Schmährufen gegen Emile Heskey und Ashley Cole während des Länderspiels zwischen der Slowakei und England im Jahre 2003 eine Reihe von antirassistischen Maßnahmen umgesetzt worden seien. Er erklärte, dass der Verband unter anderem Nationalspieler an die Schulen schickte, um Toleranz in der slowakischen Gesellschaft weiter zu fördern.

Eine der Schlüsselfragen, die auf der Konferenz diskutiert wurde, war die Situation der Roma, vor allem in Osteuropa, wo Diskriminierung in allen Lebensbereichen offen ausgesprochen wird. Erst vor kurzen wurden diskriminierende Aussagen über Roma sowie ein Onlinespiel, bei dem es darum ging, „Zigeuner“ zu töten, von der offiziellen Website von Steaua Bukarest entfernt.

Bei den verschiedenen Workshops erarbeiteten die Delegierten eine Reihe von Vorschlägen und Empfehlungen für das FARE-Netzwerk. Sie erklärten, dass die Sanktionen und Aktionen der zuständigen Verbände dem Problem entsprechend ausfallen müssen. Denn die Arbeit von FARE wird wegen mangelnder Möglichkeiten oftmals behindert.“ In Anbetracht der sehr niedrigen Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro, mit der Luis Aragones wegen seiner rassistischen Bemerkungen über Thierry Henry belegt wurde, forderten die Konferenzteilnehmer daher die Entlassung des spanischen Nationaltrainers.

Im Workshop zum Thema Sexismus und Homophobie sagten die Teilnehmer, dass eine größere Betonung der aktiven Beteiligung von Frauen sowie Schwulen und Lesben im Fußball die Bemühungen von FARE, das Netzwerk weiter auszubauen, verstärken würde.

Zum Abschluss der Konferenz besuchten die Delegierten das Ligaspiel zwischen ASK Inter Bratislava und MSK Ruzomberok, das 2:1 (1:0) endete.