UEFA, EU und Fans beraten ab morgen in Bratislava über Strategien gegen Rassismus07 April 2005

Fußball gegen Diskriminierung –
UEFA, EU und Fans beraten ab morgen in Bratislava über Strategien gegen Rassismus

(Wien, Bratislava, 7. 4. 2005)
Nach der jüngsten Zunahme rassistischer Übergriffe im europäischen Fußball, werden Antirassismus-Aktivisten und Fans aus dem ganzen FARE-Netzwerk ab morgen in Bratislava zu verstärkten Gegenmaßnahmen aufrufen.

Der Aufruf erfolgt im Rahmen einer Konferenz, die am 8. und 9. April vom FARE Netzwerk (Football Against Racism in Europe) im Stadion von ASK Inter Bratislava stattfindet. Die Rednerliste umfasst neben Klubfunktionären, Fans und Minderheiteninitiativen auch den EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Ján Figel’ und UEFA Kommunikationsdirektor William Gaillard. Ján Figel’ sagte in einer Stellungnahme:

„Der erzieherische Wert des Sports und der Nutzen von Sport und hier vor allem der Fußball um Rassismus und Diskriminierung zu bekämpfen, das sind die Zielsetzungen im Artikel III-282 im Entwurf der europäischen Verfassung. Dort ist wird der Sport auf der Gemeinschaftsebene zum ersten Mal überhaupt erwähnt.“

„Ich bin überzeugt, dass wir in der Zukunft mit dieser neuen rechtlichen Grundlage unsere Zusammenarbeit verstärken können und damit dem Rassismus und der Fremdfeindlichkeit die Rote Karte zeigen können!“

Die Konferenz wird mehr als 100 Mitglieder des Netzwerkes aus 19 europäischen Länder versammeln, um bewährte Praktiken auf lokaler Ebene zu koordinieren und untereinander auszutauschen und den Druck auf die zuständigen Fußballverbände aufrechtzuerhalten. Außerdem auf die Probleme der Roma in Zentral- und Osteuropa hingewiesen sowie andere Diskriminierungen im Fußball erörtert werden.

Der Generalsekretär des slowakischen Fußballverbands, Dusan Tittel, wird über den Fortschritt im Kampf gegen Rassismus seit dem Länderspiel gegen England im Oktober 2002. Slowakische Fans hatten die schwarzen Spieler des englischen Nationalteams rassistisch verhöhnt, daraufhin bestrafte die UEFA den slowakischen Verband mit einer Stadionsperre.

FARE-Konferenz erstmals in Osteuropa

Daniel Milo, Direktor von Ludia Proti Rasizmu sagte: “In Zentral- und Osteuropa ist der Rassismus im Fußball immer noch ein riesiges Problem und wir hoffen, dass durch diese Konferenz die Wichtigkeit von Kampagnenarbeit in diesen Regionen hervorgehoben wird“.

Nach Wien (1999) , Sheffield (2002) und Gelsenkirchen (2004) findet zum ersten mal eine in FARE Konferenz in Osteuropa statt. Gemeinsam vom slowakischen FARE Partner Ludia Proti Rasizmu (Menschen gegen Rassismus) ist die FairPlay-Initiative am Wiener Institut für Entwicklungsfragen und Zusammenarbeit (vidc) verantwortlich für die Organisation. Auch inhaltlich ist das FariPlay-Team engagiert, so leitet FairPlay-Mitarbeiterin Heidi Thaler einen Workshop zu Sexismus und Homophobie. Aus Innsbruck nehmen Vertreter des FC Wacker Tirol-Fanclubs Verrückte Köpfe und der schwarze Fairplay-Aktivist und Ex-Schiedsrichter Dr. Bella B. Bitugu teil. Finanzielle Unterstützung für die Konferenz unter dem Titel „Die Nutzung des Fußballs für den interkulturellen Dialog und Anti-Diskriminierung“ kommt der EU-Kommission (GD Bildung und Kultur) und von der UEFA.

Eine Pressekonferenz mit William Gaillard, UEFA, Alias Lembakoali, einem Inter Bratislava-Spieler aus der Zentralafrikanischen Republik, Vladimír Wänke, Slowakischer Fußballverband, Daniel Milo – Ludia proti rasizmu und Kurt Wachter vom FARE Koordinierungsbüro in Wien findet am 8. April um 11:15 Uhr in den Räumlichkeiten des slowakischen Fußballverbands (Junácka 6) statt.

Rückfragehinweise:
Kurt Wachter, FairPlay-vidc / FARE, Tel, 0043 699 10754988 (Mobil)