Neville äußert Bedenken über Nike-Kampagne10 Februar 2005

England-Verteidiger Gary Neville hat die Beweggründe für die öffentlichkeitswirksame Antirassismus-Kampagne von Nike in Frage gestellt. Neville äußerte seine Bedenken nach dem Freundschaftsspiel zwischen England und Holland am 9. Februar 2005, bei dem die holländische Nationalmannschaft statt ihrer bekannten orangen Spielkleidung das schwarzweiße Dress der “Stand Up, Speak Up“-Kampagne von Nike trug. Die englische Nationalelf, die nicht von Nike ausgestattet wird, trug rote Trikots mit der Aufschrift No to racism auf der Brust sowie das Logo von FARE-Partner Kick It Out auf dem Ärmel.

Zur Kampagne sagte Neville:
“Wir müssen sicherstellen, dass die Kampagne auf die richtige Art und Weise durchgeführt wird, und nicht einfach aus PR-Gründen, so wie es zurzeit einige Sportartikelhersteller anscheinend tun. Der Verband sowie die Nationalelf haben immer sehr gute Arbeit gegen Rassismus geleistet. Wir müssen bloß aufpassen, dass die Wirkung dieser Arbeit nicht ein wenig geschmälert wird, in dem Firmen wie Nike viel kostenlose PR bekommen.”

Die Antwort
Nike, die einen Sponsorenvertrag in Höhe von 300 Millionen Pfund mit Nevilles Arbeitgeber Manchester United hat, wies die Behauptungen zurück. So sagte Simon Charlesworth von Nike UK:
“Bei der Kampagne geht es nicht um Publicity, sondern um Rassismus. Es ist und bleibt Tatsache, dass es im Fußball Rassismus gibt. Wir haben mit allen relevanten Gruppen wie z.B. Kick It Out gesprochen, und wir haben ihre Zustimmung erhalten. Selbst Gary Nevilles Mannschaftskollege Rio Ferdinand ist nach London gefahren, um die Kampagne zu unterstützen.”

Vorsicht ist geboten
Einige Aktivisten sind aber mit Hinblick auf das plötzliche Interesse von Nike am Kampf gegen Rassismus schon vorsichtig. Die Kampagne wurde der Fußballwelt aufgezwungen, ohne dass diese vorher mit erfahrenen Aktivisten ernsthaft abgestimmt wurde. Außerdem bleibt es nach wie vor unklar, wie die König-Baudouin-Stiftung die Erlöse aus dem Verkauf der Nike-Armbänder verwenden wird.

Piara Powar vom britischen FARE-Partner Kick It Out sagte:
“Ich kann die ernst gemeinten Bedenken, die Gary Neville geäußert hat, nachvollziehen. Der Fußball in Großbritannien zeichnet sich durch immer bessere antirassistische Arbeit aus. Deswegen ist es wichtig, dass neue Initiativen mit den bestehenden Kampagnen zusammenarbeiten und keine einmaligen Aktionen bleiben.”