Polnischer Verein schließt Rassisten aus17 August 2005

In einem bemerkenswerten Schritt nach vorne hat der polnische FARE-Partner Nie Wieder es geschafft, nach einigen unschönen Szenen im Stadion in Zusammenarbeit mit einem polnischen Verein ein Stadionverbot für eine Gruppe rassistischer Fans zu erwirken. Während des ersten Saisonspiels zwischen Korona Kielce und Cracovia Krakau beschimpften mehrere rassistische Heimfans einen Spieler der eigenen Mannschaft – den Brasilianer Hernani.

Die Vorfälle lösten eine große Debatte in den polnischen Medien aus. Nie Wieder, die in den letzten Jahren unermüdlich in Polen und Osteuropa gearbeitet hat, hat Spieler, Funktionäre und Prominente gebeten, sich öffentlich gegen Rassismus Stellung zu nehmen. Außerdem bot man dem Verein Korona Kielce, in Zukunft gemeinsam praktische Maßnahmen gegen Rassismus zu entwickeln.

Beim drauffolgenden Spiel gegen Odra Wodzislaw wurden Bilder von Neonazi-Schlägern an den Stadioneingängen aufgehängt und der Ordnungsdienst wurde aufgefordert, den betroffenen Fans den Zugang zum Stadion zu verweigern. Beim Einlaufen der Mannschaften trugen alle Spieler T-Shirts mit der Aufschrift „Gegen Rassismus im Stadion“, dem Slogan von Nie Wieder. Die Mehrheit der Fans, die bisher geschwiegen hatte, skandierte nun antirassistische Sprechchöre und unterstützte ihren Star-Brasilianer Hernani.

Riesenschritt nach vorne
Diese Aktion stellt für den polnischen Fußball einen Riesenschritt nach vorne dar. Bei den Spielen der polnischen Liga sind rassistische und antisemitische Sprechchöre und Transparente häufig zu hören bzw. zu sehen. Ausländerfeindliche und oft gewalttätige Hooligans haben viele Fanszenen unterwandert. Bisher haben die meisten Vereine abgestritten, dass es ein Problem gibt. Hoffentlich bedeuten solche Initiativen gegen Rassismus den Anfang eines Prozesses, in dem sich die polnischen Fans die Kurven von den Rassisten wieder zurückholen werden.