Rassistische Beschimpfungen vor der Großbildleinwand beim Confederation-Cup07 Juli 2005

Wie FARE jetzt bekannt wurde, kam es am 18. Juni 2005 während der Übertragung des FIFA-Confederation-Cup-Spiels Tunesien – Deutschland vor der Großbildleinwand im Kölner Mediapark zu rassistischen Anfeindungen deutscher gegen tunesische Zuschauer.

„Die zwei dutzend tunesischen Fans, meist aus Köln, riefen laut den Namen ihres Stürmerstars Santos“, so die Tageszeitung Kölner Stadt-Anzeiger in ihrer Online-Ausgabe am 19.6.2005. „Es war in der Mitte der zweiten Halbzeit, als sie von hinten plötzlich mit Bier bespritzt wurden. Von deutschen Rowdys im Nationaltrikot, zumeist heftig betrunken, denen ihre Freude nicht passte. Sie beschimpften die Tunesier mit rassistischem Gegröle. Der Mediapark müsse 'kanakenfreie Zone' werden, brüllte einer. Dann flogen Bierflaschen. Im Weglaufen warfen die Tunesier auch ihre Flaschen. Unbeteiligte Zuschauer ergriffen die Flucht“.

Die Polizei musste einschreiten. Im Kölner Stadt-Anzeiger äußert sich ein Fan der tunesischen Elf ratlos: „Ich bin in Köln geboren. Wir wollten nur unser Team anfeuern“. Am 20.6.2005 sagte der Kölner WM-Beauftragte Horst Meyer im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Das hat uns ganz und gar nicht gefallen. (…) Daraus werden wir für die WM 2006 Konsequenzen ziehen““ und kündigte verstärkte Einlasskontrollen und eine Diskussion um ein Glasflaschenverbot auch vor Großbildleinwänden an. Zu den rassistischen Aussagen deutscher Fans im Media-Park fehlt jede direkte Stellungnahme.