Schwedischer Fußballspieler Hysen outet sich als homosexuell10 März 2011

Anton Hysen, der Sohn des ehemaligen Liverpool FC Verteidiger Glenn Hysen, ist der einzige offen homosexuelle Profifußballer in Europa.

Der 20-Jährige, der beim schwedischen Zweitligisten Utsiktens BK spielt und von seinem Vater trainiert Glenn trainiert wurde, stammt aus einer Fußball-Familie. Seinen älteren Brüdern Tobias und Alexander spielen auch beide professionell.

Hysen offenbarte sich, um zeigen, dass ein homosexueller Fußballer kein Problem mehr darstellen sollte.

„Ich spiele vielleicht nicht in der obersten Liga, aber ich möchte beweisen, dass es keine große Sache ist, dass ich Fußballer und gleichzeitig auch homosexuell bin“, sagte er dem schwedischen Fußball-Magazin Offside. „Wenn ich Fußball spiele, kommt es nicht darauf an, ob ich Männer oder Frauen mag.“

„Intoleranz ist deren Problem“
Hysen sagt, dass einige Leute ein Problem mit seiner Entscheidung haben mögen, aber das ist ihr Problem und nicht seins.

„Es wird immer Menschen geben, die Homosexuelle nicht tolerieren können. Genauso wie es Menschen gibt, nicht tolerieren können, dass es Zuwanderer gibt. Wenn ein Verein an mir interessiert ist und der Trainer dann seine Meinung ändert, wenn er herausfindet, dass ich schwul bin, ist das sein Problem nicht meins.“

Hysens Cominout folgt einer zunehmenden Anahl von anderen hochkarätigen professionellen Athleten, die sich vor kurzem öffentlich zu ihrer Homosexualität bekannt haben.

Andere Athleten ebenso geoutet
Vor zwei Wochen machte Kricketspieler Steven Davies öffentlich, was seine Mitspieler im englischen Nationalteam schon lange wussten, der Irish Hurler Donal Og Cusack outete sich im Jahr 2010 und walisischen Rugby-Star Gareth Thomas bereits Ende 2009.

Thomas' Geschichte wird bald zu einem Hollywood-Film über sein Leben mit Mickey Rourke verarbeitet.

Hysen kommentiert den Mangel an anderen offen homosexuellen Fußballern folgendermaßen: „Es total krank, wenn man darüber nachdenkt, wo zur Hölle sind all die anderen?“

Hysen Bruder Tobias, ein schwedischer Nationalspieler mit bereits 15 Einsätzen, unterstützt die Entscheidung seines Bruders, „Hoffentlich werden jetzt mehr Menschen den Mut haben und sich öffentlich outen nach seiner mutigen Entscheidung.“

Kampagnen gewinnen an Bedeutung
Hysens Entscheidung kommt nur wenige Wochen nachdem der bisher einzige offen homosexuelle Profifußballer, Justin Fashanu, seinen 50. Geburtstag gefeiert hätte. Ein Jubiläum, welches von der britischen Initiative, der Justin-Kampagne, mit ihre Kampagne „Fußball gegen Homophobie“ gedacht wird.

Nationale und internationale Kampagnen gewinnen immer mehr an Bedeutung, mit den etablierten Gruppen wie Paris Foot Gay in Frankreich, eine Reihe von schwul-lesbischen Fanclubs in Deutschland und Ereignissen wie z.B. die Anerkennung von von la Penya Blaugrana de Gais i Lesbianes als offiziellen Fanclub durch den FC Barcelona im Jahr 2009.

Letztes Wochenende hat die European Gay & Lesbian Sport Federation (EGLSF), ein langjähriger Partner von FARE, auf ihrer Jahressitzung zugestimmt erstmalig eine Stelle für eineN Development Officer zu schaffen. Die Person wird in Osteuropa angestellt sein und erhält eine Teilfinanzierung vom FARE Netzwerk.