Antirassistische polnische Fußballmeisterschaft beim Festival „Przystanek Woodstock“ 200511 August 2005

Das Vorzeigespiel der zweiten polnischen antirassistischen Fußballmeisterschaft wurde im Rahmen des Musikfestivals „Przystanek Woodstock“ [Haltestelle Woodstock] in der Stadt Kostrzyn [Küstrin] von Karol Gierliñski, einem Abgeordneten des in Wien ansässigen Internationalen Roma-Parlaments, eröffnet.

Das Endspiel zwischen einer Küstriner Auswahl und dem FC Przystanek Woodstock endete 5:2 zugunsten der Heimmannschaft, die von Mitgliedern der in der Gegend beheimateten Roma-Bevölkerung lautstark angefeuert wurde.

Während des Turniers, das im Rahmen der polnischen Kampagne gegen Rassismus im Fußball durchgeführt wurde, wurden alle bisherigen Rekorde gesprengt: 300 Teilnehmer spielten in 40 Fußballmannschaften vor fast 10.000 Zuschauern. Die polnische antirassistische Fußballmeisterschaft gewann die Mannschaft Celuloza Kostrzyn, die auch den von der EU-Kampagne „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.“ sowie dem FARE-Partner „Nie Wieder“ gesponserten Fairplay-Pokal ergattern konnte.

Mitglieder vieler polnischer Fanclubs, unter anderem auch mehrere von Erstligamannschaften, nahmen am Turnier aktiv oder passiv teil. Im Laufe des Turniers feierte außerdem die neue antirassistische Fußballzeitschrift „Stadion“ ihre Premiere.

„Sowohl die Meisterschaft als auch die Zeitschrift wurden von den Leuten begeistert angenommen. Das zeigt, dass solche Fan-Initiativen gegen Rassismus im Fußball ihren Platz haben“, sagte Turnierleiter Leszek Naranowicz. „Rassismus bei Fußballspielen ist ein ernst zu nehmendes Problem, das der Grundidee des Sports widerspricht. Hoffentlich sind auch immer mehr Fußballfans dieser Meinung, ebenso die Besucher der „Haltestelle Woodstock“, fügte Jacek Purski, Leiter der Kampagne gegen Rassismus im polnischen Fußball, hinzu.

Mitarbeiter von Nie Wieder und Antifa-Gruppen aus ganz Polen haben an der „Haltestelle Woodstock“ viel antirassistische Überzeugungsarbeit geleistet. Das Interesse für solche Ansätze sowie für Publikationen, die die Botschaft von Toleranz gegenüber Menschen unabhängig ihrer Herkunft, Nationalität oder Religion vermitteln, überstieg die Erwartungen. An den drei Turniertagen besuchten fast 100.000 Menschen den Infopunkt gegen Rassismus, wovon 10.000 einen offenen, an den Vorsitzenden von Ruch S.A. gerichteten Brief gegen die Verteilung von Nazizeitschriften mit unterzeichneten.

Im Rahmen des Turnierendspiels trugen Mitarbeiter von „Nie Wieder“ zum festlichen Charakter der Veranstaltung bei, in dem sie ein kurzes antirassistisches Theaterstück aufführten. Außerdem überreichte Karol Gierliñski eine Gedenkskulptur sowie einen Band mit Roma-Gedichten an Jurek Owsiak als Anerkennung seines langjährigen Einsatzes für Toleranz und gegen Stereotypen und Vorurteile.

Die von „Nie Wieder“ organisierte Fußballmeisterschaft wurde von den folgenden Organisationen unterstützt: Stiftung „Das Große Orchester zur Weihnachtshilfe“, FARE, EU-Kampagne „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung.“, Stadt Küstrin sowie ein lokales Zentrum für Sport und Erholung.