UEFA beruft Frau ins Exekutivkomitee17 Juni 2011

Die UEFA als höchste Instanz im europäischen Fußball hat heute die Berufung einer Frau, die Norwegerin Karen Espelund, „als ein geladenes Mitglied” in ihr Exekutivkomitee bekannt gegeben.

Dieser historische Vorgang ist das Ergebnis eines Beschlusses des UEFA-Kongresses im März, eine Frau in das höchste Organ des europäischen Fußballs hinzu zu wählen. Präsident Michel Platini sagte vor dem Kongress in Paris: „Wir müssen einen Weg finden, die gläserne Decke zu durchbrechen, die die Frauen an der Übernahme von verantwortungsvollen Positionen innerhalb unserer Organisation hindert.“

Espelund sehr geschätzt
Karen Espelund ist eine der am meisten geschätzten weiblichen Funktionäre im Fußballsport. Sie war 10 Jahre lang als Generalsekretärin des norwegischen Fußballverbands tätig und ist derzeit Vorsitzende des UEFA Frauenfußball-Komitees.
Anfang der Woche äußerte sie sich FARE gegenüber wie folgt: „Die Entwicklung der Frauen ist eine der größten gesellschaftlichen Bewegungen, und daher muss den Frauen die Möglichkeit gegeben werden, aktiv an allen Funktionen im Fußball teilzunehmen – nicht nur als Spielerinnen.“

„Vorteil für die Legitimität von verwaltenden Organen“
Als eine Befürworterin von Quotenregelungen hatte Espelund die Entscheidung des UEFA-Kongresses begrüßt. „Dies belegt, dass Fußball für alle da sein kann – und zwar auf allen Ebenen. Der Fußball als solches, aber langfristig auch die Legitimität von verwaltenden Organen werden von diesem Schritt profitieren.“

Die Entscheidung der UEFA ist zum Teil Ergebnis einer fortdauernden Initiative der UEFA und des FARE-Netzwerks, das Problem einer mangelnden Vertretung von Frauen und ethnischen Minderheiten in den höheren Sphären des Fußballs zu identifizieren und dagegen anzugehen.

Tagung in Amsterdam
Anlässlich einer gemeinsam von der UEFA, dem niederländischen Fußballverband KNVB, dem englischen Fußballverband FA und dem FARE-Netzwerk veranstalteten Tagung im Januar in Amsterdam wurde das Problem institutioneller Diskriminierung aufgegriffen. Diese Problematik wurde infolge neuer Untersuchungen über die Repräsentation von Frauen und ethnischen Minderheiten behandelt.

Zwei Monate später kommentierte Michel Platini seine Erläuterungen zum Vorschlag der Einführung einer Quotenregelung anlässlich des Kongresses in Paris wie folgt: „Dies ist ein erster, jedoch symbolischer Schritt hin zu einer besseren Vertretung in Entscheidungsgremien, aber Symbole sind manchmal der Schlüssel zur Änderung unserer Denkweise.“

„Mutiger Schritt“
FARE Executive Director Piara Powar begrüßte die Entscheidung: Wir beglückwünschen die UEFA für diesen unumstritten mutigen Schritt in einem höchst konservativen Umfeld. Dies setzt ein klares Signal für die restliche Fußballwelt.“

„Unsere besten Wünsche gehen an Karen, für die dieser Schritt die gebührende Anerkennung ihrer Rolle als eine führende Persönlichkeit im Fußballsport ist.“

„Wir wissen, dass diese Entscheidung weiterer Nährboden für unsere Hoffnung ist, dass die Unterrepräsentation in jeglicher Form, angefangen bei einem fehlenden Zugang zum Fußballsport für einige ethnische Minderheiten bis hin zur geringen Anzahl von schwarzen Spielern in Trainerpositionen jetzt angegangen werden kann.“